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17.06.2026
Die Grafik zeigt die Entwicklung der kumulierten Batteriekapazität in Deutschland. Dabei ist zu erkennen, dass sich der Zubau von Speicherkapazitäten von 2024 auf 2025 verlangsamt hat.
Die Grafik zeigt die Entwicklung der kumulierten Batteriekapazität in Deutschland. Dabei ist zu erkennen, dass sich der Zubau von Speicherkapazitäten von 2024 auf 2025 verlangsamt hat.

Bild: Battery Charts (RWTH Aâchen/ISEA), Fraunhofer ISE, energycharts

Nachdem der deutsche Batteriemarkt* 2024 eine deutliche Delle zu verzeichnen hatte, stand 2025 wieder ganz im Zeichen eines Wachstums. Auf 22,4 Milliarden Euro legte der Markt zu – das entspricht einem Wachstum von neun Prozent. Das macht eine Analyse des ZVEI zum deutschen Batteriemarkt deutlich. Positive Nachrichten also, die der Verband jedoch mit einer deutlichen Warnung verbindet, denn: Die steigende Nachfrage nach Batterien – in erster Linie ist diese auf den Hochlauf der E-Mobilität, aber auch auf die Zunahme an Speichern zurückzuführen – sorgt auch für eine wachsende Abhängigkeit von den Produzenten. Und die sitzen zu großen Teilen nicht in Europa, sondern vermehrt in Asien, und dort vor allem in China. Zwar wächst auch hierzulande die Batterieproduktion (Anstieg um 11 % auf 8,24 Mrd. €) – vorrangig Lithium-Ionen-Batterien –, doch die Importe nach Deutschland steigen in deutlich größerem Umfang.

China legt als Produzent und Importeur zu 
Stolze 60 Prozent der Gesamtimporte gehen bei Batteriezellen mittlerweile auf das Reich der Mitte zurück. Und das geht zulasten von Importen aus anderen europäischen Ländern (–11 %). Zwar stiegen in dem Wachstumsmarkt auch die Importe aus Europa an – hier vorrangig aus Ungarn, Polen und Tschechien –, aber ohne China, das macht die Statistik des ZVEI deutlich, läuft auf dem deutschen Batteriemarkt nichts mehr.  

Batterien sind Achillesferse der kritischen Infrastruktur

„Die Versorgung mit Batterien ist aktuell nicht gefährdet, wohl aber die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Batterieökosystems in Deutschland und Europa“, warnt Dr. Christian Rosenkranz, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Batterien und Geschäftsführer Clarios Germany, und rät daher dringend dazu, Abhängigkeiten zu reduzieren. Das gilt umso mehr, als Batterien elementare Bestandteile wichtiger Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft sind, insbesondere in kritischen Sektoren. Der erfolgreiche Hochlauf der E-Mobilität hängt ebenso von der Verfügbarkeit von Batterien ab wie der Betrieb von Krankenhäusern, Rechenzentren, Strom- und Telekomnetzen oder der Bereich „Sicherheit und Verteidigung“.

Abhängigkeiten reduzieren

Um Abhängigkeiten zu reduzieren, braucht es nach Ansicht des ZVEI-Experten vor allem Investitionsanreize für Forschung, Entwicklung und Produktion sowie Planungssicherheit und klare Rahmenbedingungen. Gleichzeitig empfiehlt Rosenkranz einen holistischen Ansatz für ein Batterieökosystem, der nicht nur die Zellproduktion im Blick hat, sondern das gesamte System umfasst – vom Rohmaterial bis zum Recycling. Und last, but not least braucht es faire Wettbewerbsbedingungen. Denn die geopolitische Lage setzt die Branche immer stärker unter Druck, Stichwort hohe Zölle und staatliche Subventionen wie es sie in China gibt. Gunther Kellermann, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien, macht daher klar: „Die Batterieindustrie steht am Scheideweg: Wenn es jetzt nicht gelingt, gute Rahmenbedingungen und einen fairen Wettbewerb zu schaffen, sowie eine Strategie für unser Batterieökosystem zu entwickeln, könnten wir die industrielle Batterieproduktion auf dem europäischen Kontinent unwiederbringlich verlieren.“ 

Wie werden Europa und Deutschland resilienter?
Damit das nicht geschieht, arbeiten Europa und auch Deutschland daran, den Batteriemarkt resilienter zu machen. So soll der europäische „Net Zero Industry Act“ dafür sorgen, dass bis 2030 mindestens 40 Prozent des jährlichen Bedarfs an Batteriezellen aus eigener Produktion gedeckt werden. Eine spürbare Stärkung der Batterieforschungsförderung hat auch die „Hightech-Agenda“ der Bundesregierung zum Ziel.

Installation von Batteriespeichern bei den E-Handwerke
Die E-Handwerke, für die die Installation von Speichern – meist in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage (PV) – ein wichtiges Geschäftsfeld darstellt, verzeichnen aktuell einen Rückgang bei der Installation von Batteriespeichern. Grund für den leichten Rückgang ist der unklare Energiewende-Kurs der Bundesregierung, der bei Wirtschaft und Verbrauchern für Unsicherheit und Investitionszurückhaltung sorgt und der insbesondere im PV-Bereich Spuren hinterlässt.

Nachdem e-handwerkliche Betriebe 2023 noch 350.000 Speicher installiert hatten, waren es 2024 nur noch 260.000. 2025 gingen die Installationszahlen dann erneut um zehn Prozent zurück (2025: 235.000).

* Markt = Produktion + Import - Export  

Quelle: ZVEI / ZVEH

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