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07.09.2012

E-Haus: Kunden steigen ein!

IFA 2012
Das Thema Hausvernetzung ist bei den Verbrauchern angekommen. Das zeigte der erneute Auftritt des E-Hauses auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin Anfang September. „Besucher, die auf der IFA zum E-Haus kamen, sind informiert und stellen gezielt Fragen“, berichtet ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi zum Ende der Messe. Auf besonders großes Interesse stießen technische Assistenzsysteme für das Wohnen im Alter sowie energieeffiziente Hausgeräte mit Internetanschluss. Bei den verschiedenen Diskussionsrunden zeigte sich, dass in der Kommunikation zum Kunden Vorteile und Nutzen eines Intelligenten Hauses stärker hervorgehoben werden müssen. Technische Zusammenhänge sind für den Kunden in der Regel nicht interessant.

E-Haus: Kunden steigen ein!
Miss IFA in dem Bad vom E-Haus auf der IFA im TecWatch Foto: ZVEH

IFA 2012

Das Thema Hausvernetzung ist bei den Verbrauchern angekommen. Das zeigte der erneute Auftritt des E-Hauses auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin Anfang September. „Besucher, die auf der IFA zum E-Haus kamen, sind informiert und stellen gezielt Fragen“, berichtet ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi zum Ende der Messe. Auf besonders großes Interesse stießen technische Assistenzsysteme für das Wohnen im Alter sowie energieeffiziente Hausgeräte mit Internetanschluss. Bei den verschiedenen Diskussionsrunden zeigte sich, dass in der Kommunikation zum Kunden Vorteile und Nutzen eines Intelligenten Hauses stärker hervorgehoben werden müssen. Technische Zusammenhänge sind für den Kunden in der Regel nicht interessant.

Insgesamt zeigte die IFA: Die verschiedenen Anwendungen über Tablet PC, Smartphone und Internet-Fernsehen (Smart TV) rücken immer näher zusammen. Im Mittelpunkt standen die digitale Vernetzung und noch höhere 3D-Qualität zum Beispiel über OLED-Bildschirme. Zum Schluss der Messe zeigte sich der Handel optimistisch für das Weihnachtsgeschäft: Mit einem Ordervolumen von mehr als 3,8 Milliarden Euro – das ist ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zur Vorveranstaltung - und 240.000 Besuchern (+ 1 %) endete die weltweit bedeutendste Messe für Consumer Electronics und Elektrohausgeräte in Berlin mit neuen Rekordergebnissen. 1.439 Aussteller präsentierten während sechs Tagen ihre zahlreichen Produktpremieren auf 142.200 Quadratmeter (+ 1,4 %) belegter Ausstellungsfläche.

IFA-Presseabend am Gemeinschaftsstand
Zur Auftaktveranstaltung für die Presse zwei Tage vor dem offiziellen Messestart kamen rund 80 Gäste aus Medien, Wirtschaft und Politik. Die Organisatoren des gemeinsamen Messeauftritts von VDE, ZVEH und ZVEI „Vernetzt Wohnen+Leben“, in dessen Mittelpunkt das E-Haus stand, informierten eingehend über die neuesten Entwicklungen. Während der zwei Pressetage vor dem offiziellen Messestart zog vor allem der neuartige Sensorteppich die Aufmerksamkeit auf sich: Er registriert, wenn jemand stürzt und setzt eine Notfallmeldung ab. Ebenso im Fokus der Medien stand die onlinefähige Waschmaschine. Sie erfährt über die Wetterprognose im Internet, wann die Sonne scheinen soll und startet erst dann, wenn die Photovoltaikanlage Strom produziert.

15 Minuten E-Haus live im ARD-Morgenmagazin
Höhepunkt der medialen Berichterstattung über den Auftritt der E-Handwerke waren vier mehrminütige Live-Sequenzen des ARD-Morgenmagazins aus dem E-Haus am Eröffnungstag der IFA. Gleich mehrere Räume des E-Hauses – Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Technikraum – dienten als Studiokulisse für die insgesamt rund 15 Minuten Sendezeit aus dem E-Haus. Aus dem E-Haus selbst wurden auch der Sensorteppich und die Internetwaschmaschine vorgestellt. Das Morgenmagazin hatte an diesem Tag im Schnitt rund eine halbe Million Zuschauer. Darunter waren offensichtlich auch etliche Mitglieder der elektrohandwerklichen Organisation, die sich noch während der Sendung per E-Mail beim ZVEH meldeten.

Vom Auftritt der E-Handwerke auf der IFA berichteten ebenso „RTL aktuell“ (3,4 Mio. Zuschauer), N-TV, die Nachrichtenagentur „Thomson Reuters“, Deutsche Welle, ARD aktuell Radio, Norddeutscher Rundfunk sowie vielzählige Berichte in Tageszeitungen, Fachzeitschriften und im Internet.

„Verkäufer muss wissen, wovon er spricht!“
Mit den aktuellen Entwicklungen am Markt beschäftigten sich die Experten bei verschiedenen Diskussionsrunden. „Das Intelligente Haus zum Anfassen“ stand im Zentrum beim TecWatch Forum, an dem Johann Peter Pfeifer, Sprecher des ZVEH-Fachbereichs Informationstechnik, und Carsten Kröning, Inhaber des Berliner Innungsbetriebs „Die Tech“, für die E-Handwerke teilnahmen. Die Experten waren sich einig, dass die Bedürfnisse der Kunden stärker in den Mittelpunkt rücken müssen. Zum Beispiel gelte es, die Verunsicherung beim Thema Smart Metering abzubauen: „Wir sollten viel mehr den Nutzen der Assistenzsysteme betonen und auch klar machen, dass die Daten geschützt sind“, argumentierte Pfeifer. Es sei wichtig, dass Fachleute, wie etwa zertifizierte Gebäudesystemintegratoren, die Kunden kompetent beraten: „Der Verkäufer muss wissen, wovon er spricht!“, so Pfeifer. Nur Fachkräfte könnten die Integration aller Bereiche, so zum Beispiel auch der Hausgeräte, gewährleisten. „Wir müssen den Kunden abholen und ihm das Wohnen in einem vernetzten Haus schmackhaft machen, indem wir ihm das Leben mit intelligenten Systemen live demonstrieren und ihm die Vorteile und Annehmlichkeiten viel deutlicher vor Augen führen“, so Kröning. Für die Vermarktung von intelligenten Systemen sei auch eine gewisse Portion Verkäufertalent gefragt. Die Runde wurde von zwei Mitgliedern des TecWatch Blogs der Nachwuchsjournalisten moderiert. Podiumsteilnehmer und Zuhörer informierten sich im Anschluss an das Forum ausführlich bei einem Rundgang durch das E-Haus.

„Vernetzung braucht Intelligenz“
Wolfgang Schmitt, Sprecher des ZVEH-Lenkungsausschusses Technik, vertrat bei der Podiumsdiskussion beim branchenforum@IFA die Interessen der E-Handwerke. Zuvor informierte Dr. Jürgen Jarosch vom Bildungsnetzwerk ELKOnet in einem Vortrag über die Fortbildung zum Gebäudesystemintegrator. Wie schon beim TecWatch Forum zeigte sich auch bei dieser Diskussion, dass es immer mehr darum geht, dem Kunden handfeste Vorteile und vor allem praktischen Nutzen der Gebäudevernetzung nahezubringen. Dem Handel kommt dabei eine wichtige Mittlerfunktion zu. Smart TV und Kühlschränke, die über das Internet Fotos aufs Smartphone versenden, sind aus Sicht der Experten interessante Zusatzoptionen, jedoch nicht entscheidend für den Markterfolg des vernetzten Hauses. Vielmehr seien Dienstleistungen und Funktionalitäten auf dem Gebiet der Energieeinsparung oder beim Wohnen im Alter gefragt. Nicht mehr die Hardware stehe im Fokus, sondern zunehmend die Inhalte. „Es geht mir wie einem Blumenhändler: Der Kunde hat eine leere Vase und ich muss gemeinsam mit ihm überlegen, mit welchen Blumen wir diese füllen“, verglich Schmitt seine Berateraufgabe als Dienstleister für das Intelligente Haus. Zudem müssten die Kunden das Gefühl haben, dass sich die Investition auf lange Sicht rentiere. „Wir brauchen einheitliche Standards, dann ist langfristig technisch alles möglich. Das zeigt uns das Modell KNX“, so Schmitt. „Die Vernetzung eines Intelligenten Hauses muss auch intelligent er folgen und nicht über Hilfslösungen“, brachte Schmitt die Haltung der E-Handwerke zum Ende der Gesprächsrunde auf den Punkt. Er erntete dafür viel Applaus.

PES

» Fotos von dem E-Haus auf der IFA 2012
»
 Link auf Bericht vom ARD-Morgenmagazin am 31.08.2012

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