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21.10.2021

Noch hoher Informationsbedarf

Wie gut wissen Architekten über Smart Home Bescheid und in welchen Bereichen würden sie sich unter Umständen noch mehr Informationen wünschen – darum ging es in einer Umfrage der Wirtschaftsinitiative Smart Living (Wi SL).

Bild: ArGe Medien im ZVEH

Insbesondere im Neubaubereich scheitert die Planung einer smarten Gebäudeinfrastruktur häufig daran, dass die Architekten als Planungsexperten noch zu wenig Know-how in diesem Bereich besitzen. Das bedeutet wiederum: Auch das Potential, das gebäudeeigene Energiemanagementsysteme bieten, wird nicht erkannt und ausgeschöpft.

Dass dieses Potential nicht unerheblich ist, hat gerade erst eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) deutlich gemacht. Sie sprach sich dafür aus, Gebäude nicht nur als Energieverbraucher zu begreifen, sondern ihr Potential für die Energiewende zu erkennen. Schließlich können Energiemanagementsysteme, die beispielsweise die hauseigene Photovoltaik-Anlage mit einem Batteriespeicher und dem Ladepunkt für das E-Fahrzeug vernetzen, nicht nur Energie sparen und nachhaltig einsetzen helfen, sondern auch zum Lastmanagement beitragen.

Um zu erfahren, inwieweit sich die Planer fit in Sachen smarte Gebäudetechnik fühlen und wo diese noch Informationsbedarf sehen, hat die Wirtschaftsinitiative Smart Living* (Wi SL) kürzlich im Zuge einer Fortbildungsveranstaltung für Architekten eine Umfrage unter den Teilnehmern gestartet. Das Ergebnis zeigte, wenig überraschend, dass beinahe die Hälfte der befragten Architekten (46,99 %) bislang zu wenig über smarte und vernetzte Anwendungen im Gebäudebereich weiß. So gaben lediglich 18,07 Prozent an, dass sie sich fit fühlen. 34,95 Prozent antworteten auf die Frage nach Know-how im Bereich „Smart Home“ mit „es geht so“. Sollen Architekten künftig mehr Kunden bei der Planung vernetzter Gebäudetechnik beraten können, brauchen sie demnach noch ein deutlich besseres Know-how.

Allerdings wird Smart Home auch erst bei 62,07 Prozent der befragten Architekten nachgefragt – und das auch nur ab und zu. Eine häufige Nachfrage registrierten laut Wi SL-Befragung lediglich 11,49 Prozent. Das bedeutet: Hier ist noch viel Luft nach oben, zumal die Architekten als Bindeglied zum Kunden durchaus auch Impulse Richtung smarte Anwendungen und vernetzte Systeme setzen können. Entsprechend wichtig wird es künftig sein, diese wichtige Zielgruppe noch besser mit Informationen zu versorgen.

Welche Informationen das sein könnten – auch darauf gibt die Umfrage Antwort. So wünschen sich 67,11 Prozent mehr Informationen zu Kosten und Fördermöglichkeiten, 53,95 Prozent zu Anforderungen in Bezug auf Energieeffizienz, Sicherheit oder Gesundheit und immerhin noch 42,11 Prozent zu infrastrukturellen Rahmenbedingungen für den Einsatz smarter Technologien. 26,32 Prozent möchten zudem mehr über Chancen und Nutzen von Smart Home erfahren.

Gute Nachricht für die E-Handwerke: 35,53 Prozent fragten zudem nach Fachleuten und Ansprechpartnern für Gebäudeautomation. Ihnen kann nicht nur mit einer besseren Vernetzung zum Elektrohandwerk geholfen werden, sondern auch mit der Information, dass mit dem neu geschaffenen Beruf des Elektronikers/der Elektronikerin für Gebäudesystemintegration schon bald ein ausgewiesener Fachmann als Bindeglied zu Architekten und Planern bereitstehen wird.

Quelle: WI SL / ZVEH

* der ZVEH gehört zu den Gründungsmitgliedern der Initiative.

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